„Vorzeigeunternehmen des Landes“

Annegret Kramp-Karrenbauer zu Besuch bei der kohl-Gruppe
Merzig (30.09.2011) – Die saarländische Ministerpräsidentin, Annegret Kramp-Karrenbauer besuchte Europas größten Parallelhändler, die kohlpharma GmbH in Merzig. Ziel des Antrittsbesuches war der Blick hinter die Kulissen sowie das Gespräch mit den Mitarbeitern.
 

„kohlpharma ist für uns im Saarland nicht irgendein Unternehmen, sondern gehört zu den Vorzeigeunternehmen des Landes. Aufgefallen und lobenswert ist mir insbesondere das gute Arbeitsklima sowohl in der Produktion als auch in der Verwaltung“, lobt die Ministerpräsidentin. Aber auch die Auswirkungen der jüngsten Gesundheitsreform auf die Unternehmen der kohl-Gruppe waren Gesprächsthema. In Folge der langfristigen Belastungen durch das GKV-Änderungsgesetz (GKV-ÄndG vom 01.08.2010) sowie das Arzneimittelmarkt- Neuordnungsgesetz (AMNOG vom 01.01.2011) hatte die Unternehmensgruppe in zwei Schritten insgesamt 300 Stellen abbauen müssen. Man reagierte damit auf die angespannte Auftragslage im Bereich Arzneimittelimport in Folge des erhöhten Herstellerzwangsrabattes von 6% auf 16%, eines Preismoratoriums sowie weiteren erschwerenden Regelungen.

Das Unternehmen kritisierte die Regelungen von Anfang an als ruinös und befürchtete neben dem Stellenabbau auch einen langfristigen Schaden für ein etabliertes Kostendämpfungsinstrument. „Immerhin sorgen Importarzneimittel bislang für jährliche Einsparungen bei den gesetzlichen Krankenkassen von über 300 Mio. Euro“, so Edwin Kohl. Grund genug für alle Fraktionen im Saarländischen Landtag sowie die Landesregierung sich weiterhin in Berlin für eine Verringerung der Belastungen für die Importeure von
Markenarzneimitteln einzusetzen.

Daneben informierte sich die Ministerpräsidentin über die Ergebnisse des Pilotprojektes zur patientenindividuellen Arzneimittelverblisterung der 7x4 Pharma GmbH. Die wissenschaftliche Begleitstudie des Institut für betriebswirtschaftliches Management im Fachbereich Chemie und Pharmazie der Westfälischen-Wilhelms-Universität Münster unter Leitung von Prof. Dr. Jens Leker, hatte nachgewiesen, dass chronisch kranke und multimorbide Altenheimbewohner, die eine Versorgung mit individuell verblisterten Arzneimitteln erhalten, weniger häufig stationär behandelt werden bzw. das Krankenhaus früher verlassen.
Die Anzahl der Krankenhausaufenthalte gingen um 26,9%, die Aufenthaltsdauer bei stationärer Behandlungen sank durchschnittlich um 26,3%. Bei unterstellten durchschnittlichen Kosten für einen Behandlungstag im Krankenhaus von 500 EURO spart der Kostenträger 1019 EURO im Untersuchungszeitraum oder 2038 EURO im Jahr. Dagegen kostet die Verblisterung (Herstellung, Logistik und Handlingspauschale des Apothekers) im Modellprojekt pro Patient und Jahr ca. 275 EURO. Zudem wurden zirka 10,3% weniger Arzneimittel weggeworfen und das Pflegepersonal der teilnehmenden Heime befürwortet die Verblisterung als sinnvolle Hilfe im Pflegealltag.

„Die Ergebnisse des Berliner Modellprojektes bestätigen unsere Annahme, mit der industriellen patientenindividuellen Verblisterung die Patienten besser und kostengünstiger versorgen zu können“, so Edwin Kohl. Experten sehen ein Potential von 15 bis 20 Mrd. Euro vermeidbaren Kosten in der Behandlung chronisch Kranker und multimorbider Patienten.
„Nachdem wir den Nutzennachweis damit erbracht haben, möchten wir mit der Politik und den Krankenkassen die nächsten Schritte in Richtung Regelversorgung gehen“, so Kohl weiter „Dabei erwarten wir bei der größeren Gruppe der zu Hause lebenden chronisch Kranken Menschen weitere und noch größere Effekte.“